31. Oktober 2013

10 Jahre Irakkrieg – tödliches Vermächtnis

Bericht
© Xavier Bourgois / Handicap International / Test

Die US-amerikanisch dominierten Militiäroperationen im Irak von 2003 führten zu einem hohen Maß an Gewalt gegenüber der Zivilbevölkerung des Landes. Zwischen März 2003 und September 2013 wurden im Irak fast 125.000 Menschen getötet und tausende weitere verwundet.

Mit einer Veranstaltung am 30.10 im Gasteig in München nahmen wir uns gemeinsam mit unserem Mitveranstalter IPPNW dieser Thematik an. Der Schwerpunkt waren die Folgen von Waffen wie Landminen, Streubomben und Uranmunition, die auch nach Beendigung des Krieges Menschen töten. Geladen waren hochkarätige Experten, die mit kleinen Vorträgen, Kurzfilmen und einer Gesprächsrunde die Thematik von verschiedenen Seiten beleuchteten.

Dr. Thomas Aders, Nahost Korrespondent der ARD, erzählte von seinen persönlichen über viele Jahre gesamelten Erfahrungen im Irak und präsentierte seinen ARD Weltspiegel-Beitrag vom März 2013 über die Folgen von Uranmunition in Basra. In diesem Bericht wird der extreme Anstieg von Missbildungen und Todesfällen bei Neugeborenen in Basra sehr eindrücklich gezeigt.  Dr. Angelika Claußen, ehemalige Vorständin von IPPNW referierte über die Problematik von Uranmunition im Irak aus medizinischer Sicht. Es folgte ein Film, der Opfer von Streubomben zu Wort kommen ließ : Ein kleiner Junge wurde beim Spielen von einer Streubombe schwer verwundet, eine Mutter verlor ihren Sohn, der Teil der ersten Militäroperation war  und beim unsachgemäßen Räumen einer Streubombe getötet wurde. Alexey Kruk, ehemaliger Programmleiter von Handicap International im Irak, informierte das zahlreich erschienene Publikum dann über die aktuelle Situation im Irak in Bezug auf Landminen, Streubomben und andere explosive Überbleibsel aus dem Krieg. Vor dem ersten Teil und vor der Pause stimmte der irakische Musiker Layt Abdul Ameer auf seiner Oud, ein Gitarren-ähnliches Streichinstrument melancholische Töne an.

Nach der Pause eröffnete Ina Krauß vom Bayrischen Rundfunk dann die Gesprächsrunde, in der sich die Experten vor allem mit der humanitären Arbeit vor Ort auseinandersetzten. und Dr. Eva Maria Fischer, Kampagnenleiterin von Handicap International Deutschland und Prof. Manfred Mohr, Vorstandsmitglied der Internationalen Koalition zum Verbot von Uranwaffen (ICBUW) gaben einen Ausblick auf die Arbeit der internationalen Kampagnen und zeigten, was von Deutschland aus getan werden kann. Aus diesem Anlass hatten wir einen Brief an die Münchner Bundestagsabgeordneten verfasst, in dem wir eine konsequente Umsetzung der Verpflichtungen aus den Verbotsverträgen zu Landminen und Streubomben forderten. Ebenso lag die Petition der neu gegründeten deutschen Kampagne gegen Uranwaffen aus..
Die rund 100 Besucher der Veranstaltung hatten im Anschluss noch die Möglichkeit, Fragen zu stellen und auch selbst kurze Statements abzugeben – wovon reichlich Gebrauch gemacht wurde.

Wir bedanken uns bei allen, die diesen beeindruckenden und sehr informativen Abend möglich gemacht haben, darunter natürlich die Moderatorin Ina Krauß und die ReferentInnen Dr. Angelika Claußen, Dr. Thomas Aders, Alexej Kruk, die Dolmetscherin Birgit Stumpf und der Musiker Layt Abdul Ameer, unser Mitveranstalter IPPNW, die diversen Kooperationspartner ICBUW, Umweltinstitut München, Münchner Friedensbündnis, Pax Christi, DFG-VK München, Helmut-Michael-Vogel Bildungswerk e.V. und Kulturreferat München und natürlich auch die Geldgeber Evangelisch Lutherische Kirche in Bayern und Europäische Union und das Gasteig München, hier vor allem bei Herrn Schmidt.

Außerdem bedanken wir uns bei unserem Arbeitskreis Kriegsfolgen, der die Veranstaltung von Anfang an mitkonzipiert hat und auch bei der Umsetzung tatkräftig geholfen hat.

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Bild: Der Totenkopf markiert eine verminte Gegend im kurdischen Teil Iraks © Xavier Bourgois / Handicap International